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Zeit für mich - Digitaler Minimalismus

Ich bin umgezogen und hatte auf Grund der Verkettung unglücklicher Zustände fast zwei Monate kein WLAN in der Wohnung. Das klingt jetzt nach einer mittelschweren Katastophe - oder? Nach Langeweile und oft nachgebuchtem Datenvoloumen.

Langeweile kam keine auf - und ich habe eine Sache gelernt: Es ist alles eine Frage von Prioritäten.

kein Internet? Hast du etwa Bücher gelsen?

Ja, genau das! Seit ich in einem halben Jahr alle Harry Potter Bände gelesen hatte (damals bin ich die Strecke Köln-Essen mit der Bahn gependelt und hatte viiiiiel Zeit), nehme ich mir vor, wieder mehr zu lesen. Aber bisher hat es einfach an der Zeit gefehlt. Durch den Mangel an WLAN Zuhause sind Twitter und Instagram für mich völlig flach gefallen und plötzlich war da dieses kostbare Gut: Zeit!

Lesen konnte ich so an zwei Stellen in meinen Tag ganz easy inegrieren:

  • Morgens nach dem Frühstück: Früher scrollte ich nach dem Frühstück mit dem Tee in der Hand noch gemütlich durch Twitter und Instagram durch und merkte oft nicht, wie die Zeit verging. Heute lege ich mich mit einem Buch ganz gemütlich auf die Couch und stelle mir einen 20 Minuten Timer, damit ich nicht zu spät zur Arbeit komme.
  • Abends im Bett: Früher habe ich, wenn mein Freund sich die Zähne putzt und ich schon im Bett liege oder wir beide schon zusammen im Bett liegen, immer das Handy gezückt und war in Instagrm vertieft. Heute liegt auf dem Nachttisch ein Buch.

Ohne Instagram Stories ist es ganz schön Still

Ja und nein. Ich habe wieder angefangen, zu meditieren, Musik zu hören (und dabei lauthals und schief mitzusingen), habe viel Zeit mit Yoga verbracht und habe sehr viele Podcasts gehört - besonders beim Ausräumen der unzähligen Kisten, die nach dem Umzug bei uns in der Wohnung stehen. Still war es also schon hier und da.

Und ich habe wieder angefangen, zu Bloggen. Als ich nicht mehr von außen überschüttet wurde mit den ganzen Informationen von außen, habe ich meine Kreativität wirder entdeckt. Es musste um mich herum erstmal einen gewisse Ruhe einkehren, damit ich mich sortieren konnte.

Mein Experiement hat mir gezeigt, wie viel Zeit für Twitter und Instagram täglich drauf gegangen ist und es hat mir gezeigt, was mir wichtig ist. Denn es ist ganz spannend, wenn da plötzliche ein Loch ist, will es gefüllt werden. Das zeitliche Loch, dass Insta und Twitter hinterlassen haben, wurde mit Lesen und Bloggen gefüllt - zwei Aktivitäten, die ich wirklich gerne mache, aber zu denen ich "viel zu wenig Zeit" habe. Und es ist wirklich krass, wie "produktiv" ich plötzlich bin und zu was ich alles noch Zeit habe: Kochen, ganze Bücher in wenigen Wochen lesen, bloggen, zum Yoga gehen. Es ist alles eine Frage von richtig gesetzten Prioritäten..

Aber ich habe doch keine Zeit!

Ja, genau so dachte ich früher auch. ;) Und jetzt weiß ich, dass es möglich ist, dass ich mich jeden Morgen auf die Couch lege und lese. Und das werde ich auch beibehalten, wenn ich wieder WLAN in der Wohnung habe. Wie schaut es bei dir aus?

Viele Grüße!

Christine

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